Theaterpädagogisches Projekt für Bewohner_innen staatlicher Behindertenheime in Belarus


Im Zuge der Umstrukturierung der Projekte unseres Vereins, hin zu mehr Nachhaltigkeit, findet seit November 2012 die Winterferienfreizeit und unsere Sommerferienfreizeit für die erwachsenen Bewohner_innen staatlicher Behindertenheime in Minsk in veränderter Form statt. Ziel war es, ein ganzheitliches Konzept zu entwickeln, das über das bisherige Ferienprogramm hinausging, sowie die Menschen mit Behinderung aus den staatlichen Heimen über einen längeren Zeitraum hinweg konstant zu begleiten und ihnen die Möglichkeit zu geben ihre eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten im künstlerischen Projekt zu entdecken und zu entwickeln. Außerdem ist es das Ziel dieses Projekts, die Berichtererstattung über Menschen mit Behinderung in Belarus positiv zu beeinflussen und der dortigen Gesellschaft den Reichtum an kreativer Vielfalt aufzuzeigen und Berührungsängste abzubauen. Somit war das Theaterprojekt geboren. 2013 fand ein von Kanikuli e.V. geplantes und finanziertes Pilotprojekt statt. Im Rahmen dieses Projekts, nahmen ca. 10 Teilnehmende an wöchentlichen Theaterproben teil, die von ausgebildeten Fachkräften vor Ort durchgeführt wurden. Zu Beginn des Projekts stand die Winterferienfreizeit als Kick-off-Kurs und gegen Ende des Projekts, die Sommerferienfreizeit. Hier setzen sich die Teilnehmenden weiter intensiv mit Theater und Kunst auseinander. Den Abschluss des einjährigen Projekts, bildeten eine externe Aufführung des Erarbeiteten und die Dokumentation des Projekts. Berichte aus dem Theaterprojekt: – Über den ersten Intensiv-Workshop im Sommer 2013 von Lina Müller (Minskfreiwillige 2012/13)

Mentoring für Freiwillige der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in Belarus


Kanikuli e.V. unterstützt die Freiwilligen von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) in Minsk seit September 2012 durch eine*n Mentor*in. [bild1] Alle, bei Kanikuli e.V. aktiven, ehemaligen Freiwilligen, haben ihren Friedensdienst im Rahmen des ASF Programms absolviert. Somit können sie eventuelle Probleme vor Ort gut einschätzen, besonders projektbezogene Auskünfte geben und kennen die Besonderheiten des Landes. Dies stellt einen großen Vorteil für die Freiwilligen vor Ort dar. Deshalb hat sich Kanikuli e.V. zum Ziel gesetzt die „Minsk-Freiwilligen“ während ihres Auslandsjahres zu betreuen, soweit dies von ihnen gewünscht ist. Gemeinsam mit ASF haben wir ein Mentorenprogramm ausgearbeitet. Das Mentorenprogramm beinhaltet die Begleitung der Freiwilligen bereits vor dem Freiwilligendienst, durch eine erste Kontaktaufnahme, dann, wenn möglich und einer Einheit der*s Mentors*in während der Vorbereitungswoche von ASF in Berlin. Unsere Mentor*in reist anschließend mit den neuen Freiwilligen nach Minsk und unterstützt sie in der ersten Woche beim Einleben, dem Kennenlernen der Projekte, sowie bei offiziellen Behördengängen. Gerade letzteres ist eine große Hilfe für die neuen Freiwilligen, da sie meist gar kein, oder nur sehr wenig Russisch sprechen. [bild2] Während des Freiwilligendienstes steht der*die Mentor*in in ständigem Kontakt zu den Freiwilligen, sowie zu ASF und nimmt auch an dem ersten Seminar in Minsk, im November teil. Im späteren Verlauf, unterstützt der*die Mentor*in die Freiwilligen bei der Planung der Sommerferienfreizeiten, welche jedes Jahr von Kanikuli e.V. finanziert und von den Freiwilligen vor Ort durchgeführt werden. [bild3] Der*die Mentor*in steht selbst in einem positiven Verhältnis zu ASF und ist in keiner Weise eine Ersetzung des*der Länderbeauftragter*in, sondern eine spezielle Unterstützung für die Minsk-Freiwilligen. Während des Länderseminars im November, ist der*die Kanikuli-Mentor*in jedoch gleichermaßen für alle Freiwilligen (Ukraine und Belarus) Ansprechpartner*in. Das Mentorenprogramm ist in diesem Model bereits 2012/2013 von Johanna Kerber durchgeführt worden.

Gewöhnliche Eltern – Eine Selbsthilfegruppe junger Eltern mit Behinderungen


Als Olga auf dem Runden See im Jahr 2012 auf Polina und Wadim von »Verschiedene-Gleiche« zuging und ihre Idee unterbreitete, war noch nicht absehbar, dass daraus so schnell ein durchführbares Projekt werden würde. Olga wohnt mit ihrem dreijährigen Sohn Pascha in Witebsk, einer Stadt im Osten Belarus, bekannt als der Geburtsort von Marc Chagall. Durch ihre Gehbehinderung trifft sie in ihrem Leben immer wieder auf Barrieren und muss sich zudem regelmäßig für ihre Mutterschaft rechtfertigen. Sie ist jedoch nicht alleine in dieser Situation und entschied sich daher, »Verschiedene-Gleiche« um Hilfe bei der Gründung einer Selbsthilfegruppe zu bitten. Dort lief sie offene Türen ein, die Mitglieder und Assoziierten von »Verschiedene-Gleiche« waren älter geworden, viele bekamen Kinder oder wollten welche bekommen und trafen auf neue Probleme: Eigene Ängste, medizinische Überforderung von Ärzten und Hebammen, Akzeptanzprobleme in der Gesellschaft, Barrierefreiheit in Kindergärten und Schulen, innerfamiliäre Probleme und vieles mehr. Für eine Entwicklung in diese neue Richtung, setzte sich »Verschiedene-Gleiche« mit »SelbstBestimmt Leben Bremen« und »Kanikuli« in Verbindung, sodass wir zu dritt ein Projekt ausarbeiteten. Das Konzept für »Gewöhnliche Eltern« nahm Form an und erhielt im Mai 2013 von »Aktion Mensch« den Zuschlag über eineinhalb Jahre gefördert zu werden. In diesem Rahmen werden wir verschiedene Aktionen durchführen: – Eine Vorbereitungsfahrt von »Verschiedene-Gleiche« zu verschiedenen norddeutschen Behindertenverbänden vom 24. bis 29. September 2013 – Außer »SelbstBestimmt Leben Bremen« treffen wir auch den »Bund Behinderter Eltern« in Hannover und die Müttergruppe »MCourage« in Hamburg; – Vier Wochenendseminare in Belarus zur Aktivierung und Entwicklung junger Eltern mit Behinderungen; – Ein Veranstaltungszyklus zur Förderung der Selbstorganisation junger Eltern mit Behinderungen mit dem Ziel der Gründung des Selbsthilfe-Klubs; – Veranstaltungen im Rahmen des Selbsthilfe-Klubs gemeinsam mit den jungen Eltern; – Ein fünftägiges Seminar für junge Eltern mit Behinderungen und ihre Kinder mit der estnischen Organisation zu innerfamiliärer Kommunikation »Akademie der Kindheit«; – Öffentliche Kulturveranstaltungen in Witebsk, die zur Überwindung der Exklusion junger Eltern mit Behinderungen aus der Gesellschaft beitragen sollen; Update 20. September 2015: Wir freuen uns über erfolgreich beantragte zusätzliche Förderung für den geplanten Abschluss des Projekts: Im Sommer 2015 erhielten die Gewöhnlichen Eltern eine Förderzusage von Erasmus+. Damit kann die in Witbesk versammelte Selbsthilfegruppe zwei Reisen unternehmen. Die erste Reise führt auf ein Seminar in die estnische Hauptstadt Tallinn, wo die Partnerorganisation »Akademie der Kindheit« ein Seminar zur Selbstorganisation und barrierefreien Kindergärten anbietet. Den Projektabschluss bildet eine zweite Reise mit insgesamt 7 Teilnehmenden und ihren Kindern nach Deutschland. In Bremen, Hamburg und Hannover wird sich die gesamte Gruppe mit den Selbsthilfegruppen SelbstBestimmt Leben Bremen, MCourage und dem BBE treffen. Diese Aktivitäten werden auch dabei helfen, eine Bewusstsein und eine gemeinsame Position von Eltern mit Behinderung in Belarus herauszuarbeiten und zu verschriftlichen. So eine Position kann sowohl eine Hilfe für andere Eltern mit Behinderung sein und anderen Menschen mit Behinderungen die Angst vor der Elternschaft nehmen, ebenso aber auch als Anregung für regionale Sozialzentren und die Politik dienen. Durch diese Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit hoffen wir eine langfristige Veränderung der Lebenssituation junger Eltern mit Behinderung in Belarus zu erreichen. Die Ansprechpartner für zusätzliche Informationen sind: Arkadi, Daniel und Ruben eltern@kanikuli-ev.de Berichte über das Projekt: Bericht über das zweite Seminar von Ruben Interview mit Olga Fateeva, Teilnehmerin der Projektreise nach Bremen Интервю с Ольгой Фатеевей, участница путешествии в Бремен Projektreise nach Bremen, Hamburg und Hannover im September 2013 Projektreise nach Bremen (Pressebericht)