Ferienfreizeiten


Die Vorgeschichte Ferienfreizeiten für Kinder und Erwachsene mit geistigen Behinderungen sind in Minsk inzwischen Tradition: Im Jahre 2001 veranstalteten deutsche Minsk-Freiwillige im Rahmen ihres Freiwilligendienstes erstmals eine solche Ferienfreizeit. Seit 2006 engagiert sich Kanikuli e.V. für die kontinuierliche Fortführung der Ferienfreizeiten. Ferienfreizeiten für Kinder und Erwachsene aus den staatlichen Psychoneurologischen Internaten „Drazhnya“ und „Novinki“ in Minsk werden alljährlich im Sommer und im Winter durchgeführt. An den Ferienfreizeiten nehmen 8-14 Kinder oder Erwachsene mit unterschiedlichen Behinderungen aus den Internaten teil, die von deutschen und belarussischen Freiwilligen, sowie einer Fachkraft aus den Internaten individuell begleitet und betreut werden. Seit 2009 werden die Ferienfreizeiten im deutsch-belarussischen Erholungskomplex „Nadezhda“ (dt. Hoffnung) durchgeführt. Auf den Ferienfreizeiten haben die TeilnehmerInnen die Gelegenheit, ein Leben außerhalb ihres gewohnten Umfeldes kennen zu lernen. Wanderungen und Ausflüge stehen ebenso auf [bild1] dem Programm wie kratives Arbeiten. Daneben gibt es die Möglichkeit, verschiedene therapeutisch-medizinische Angebote, wie zum Beispiel Massagen und Aromatherapien wahrzunehmen. Die Teilnehmenden genießen die intensive eins-zu-eins-Betreuung durch die Freiwilligen, die gute Verpflegung und die Ruhe in der schön gelegenen Unterkunft in der Natur. Lesen Sie hier die Berichte über: → Sommerfreizeit für Kinder 2018 von Clara Schilke (ASF-Minskfreiwillige 2017/18) Текст и есть на русском языку → Winterfreizeit für Erwachsene 2018 von Ksenja Golubovich (belarusische Freiwillige) → Ferienfreizeit für Erwachsene 2017 von Ksenja Golubovich (belarusische Freiwillige) Текст и есть на русском языке → Ferienfreizeit für Kinder 2017 von Ksenja Golubovich (belarusische Freiwillige) Текст и есть на русском языке → Winterferienfreizeit 2017 von ???. Minskfreiwillige 2016/17 → Ferienfreizeit für Erwachsene 2016 von Dasha Eskevich (langjährige Organisatorin der Freizeit) Текст и есть на русском языке → Wiedersehen der erwachsenen Kinder von Elena Belyavskaya (durchgeführt zusammen mit der Organisation „Welt ohne Grenzen“) Текст и есть на русском языке → Sonnenkur 2016 von Katja Sakowa (Freiwillige bei der Freizeit) Текст и есть на русском языке → Sommerferienfreizeit für Kinder 2016 von Gesa Baum und Jakob Grüter. Minskfreiwillige 2015/16 → Winterferienfreizeit 2016 von Gesa Baum und Jakob Grüter. Minskfreiwillige 2015/16 → Sonnenkur 2015 von Maria Kuracheva und Johanna Kerber, die beide am Projekt teilgenommen hatten. → Ferienfreizeit für Kinder 2015 von Berit Hannappel, ASF-Freiwillige → Ferienfreizeit für Kinder 2014 von Olga Prashkowich, Organisatorin des Lagers (übersetzt von Charlotte Sautier, Kanikuli-Mitglied) → Freizeit für Kinder im Rollstuhl 2014 von Arkadi Schelling, Kanikuli-Mitglied → Theaterfreizeit für Erwachsene 2014 von Arkadi Schelling, Kanikuli-Mitglied → Ferienfreizeit für Kinder 2013 von Leonie Sonnabend. Kiew Freiwillige 2012/13 → Sommerferienfreizeit mit Erwachsenen 2013 von Lina Müller. Minskfreiwillige 2012/13 → Winterferienfreizeit 2013 Video von Lina Müller. Minskfreiwillige 2012/13 → Ferienfreizeit für Kinder 2012 von Nina Nadig. Minskfreiwillige 2011/2012 → Winterfreizeit 2012 mit Theater von Darja Yeskevich, langjährige Organisatorin von Ferienlagern. → Ferienfreizeit 2011 mit Kindern von Hannah Evers. Minskfreiwillige 2010/2011 → Winterferienfreizeit 2011 von Hannah Evers und Johanna Kerber. Minskfreiwillige 2010/2011 → Ferienfreizeit 2010 mit Kindern von Marie-France Eisner. Minskfreiwillige 2009/2010. → Ferienfreizeit 2009 mit Kindern von Hans-Ulrich Probst, Minskfreiwilliger 2008/2009. → Bericht über die erste Winterferienfreizeit von Marei Adam, Minsk-Freiwillige 2008/2009 → Abschlussbericht der Sommerlager 2005 → Bericht über das Sommerlager mit Erwachsenen 2004 → Das erste Sommerlager 2001 Oder schauen Sie sich Fotos an: → Fotos vom Erwachsenenlager 2007 → Fotos vom Kinderlager 2007

Art Nuveau


„Art Nuveau!“ Seit längerem gibt es im Minsker Internat No 3 Kunst und Kunsttherapie, welche von der belarussischen Psychologin Darija Jaskevich in Form einer freien Werkstatt und regelmäßigen kleinen und größeren Ausstellungen und kulturellen Veranstaltungen organisiert wird. Seit Herbst 2015 läuft nun zusätzlich das Projekt „Art Nuveau!“, in welchem sich Bewohner des Heimes und Künstler der heiminternen Werkstatt in Kooperation mit Brester Künstlern belarussische zeitgenössische deviante Kunst zum Thema machen. Erster Erfolg war eine gut besuchte Ausstellung in Brest. Hier ein Artikel dazu im brester Onlinemagazin Virtualbrest. Dazu die deutsche Übersetzung des Textes: Erstmalig wurde in Brest eine Ausstellung zeitgenössischer devianter Kunst eröffnet. Darin werden die Werke von Bewohnern des dritten psychoneurologischen Internats der Stadt Minsk gezeigt: Gennadij Grishel, Konstantin Ladoshkin und Mihail Bulitch. Ins Heim sind die Männer in unterschiedlichen Jahren gekommen, aber zu „Art Nuveau!“ ziemlich gleichzeitig. Diese Künstlervereinigung arbeitet in der medizinisch-sozialen Einrichtung seit über 10 Jahren. Unter Leitung der Psychologin Darija Jaskevich haben die besonderen Menschen schon dutzende Werke geschaffen. Und hunderte Besucher haben ihre Arbeiten in Ausstellungen in Belarus, Deutschland und Norwegen gesehen. In Brest ist zum ersten Mal deviante Kunst zu sehen, ein Saal mit etwa zwanzig Werken. Einige davon sind mit Farben auf Spanplatten gemalt, andere mit Edding auf gewöhnlichen Karton. Betrachtet man die zu Farbe gewordenen Gedanken derer, deren Existenz unsere Gesellschaft so gut wie möglich versucht zu verdrängen, so erkennt man: in jedem von ihnen steckt eine riesige, abendteuerliche Welt. Sie ist nur manchmal nicht so wie die unserige. Lesen Sie nur mal zB den Titel eines Werkes von Konstantin Ladoshkin: „Hund, der mit dem Helm Gagarin unterstützt, der zum Mond betet“. Wären Sie zu so etwas in der Lage? Darija Jaskevich, Kunsttherapeutin, Kuratorin der Ausstellung devianter belarussischer Kunst und des Projektes „Art Nuveau!“ und Psychologin im Internat №3 der Stadt Minsk: Stellen Sie sich vor: ein Mensch wird zu lebenslanger sozialer Deprivatation verurteilt. Er wird künstlich aus der Gesellschaft entfernt und in eine kleine zweifelhafte Subkultur verfrachtet. Das Projekt hingegen war wie ein großer, entwickelter Organismus aus zwanzig Menschen, vor denen plötzlich nicht mehr das pathologische agressive Leben, wie es bisher gewesen war, aufleuchtete, sondern ein würdiges. Information: Deviantes Verhalten bezeichnet ein Verhalten, welches sich von den sozialen Normen distanziert, und bezeichnet menschliche Handlungen, die den allgemein etablierten sozialen, moralischen, ethischen und rechtlichen Standarts nicht entsprechen.

MOLOKO – MOLOdjoschnaja KOmnata (Jugendraum)


Gemeinsam mit unserer belarussischen Partnerorganisation „Rasnye-Ravnye“ (Verschiedene-Gleiche, www.rrby.org) fand vom Sommer 2008 bis Sommer 2010 das Projekt MoLoKo statt – unser erstes gemeinsames Projekt, das von der AKTION MENSCH e.V. (www.aktion-mensch.de) gefördert wurde. Momentan beantragen wir bei Aktion Mensch Gelder für ein weiteres Projekt mit Verschiedene-Gleiche, welches sich in einer aus dem Austausch „Andere Arbeitsweisen“ entstandenen Kooperation mit „Selbstbestimmt-Leben-Bremen e. V.“ der Selbstbestimmtheit und aktiven Teilhabe von Menschen mit Behinderungen widmen soll. Dabei werden wir mit der UN-Konvention für Menschen mit Behinderungen arbeiten, welche Belarus immer noch nicht unterzeichnet hat. (In Deutschland existiert aufgrund fragwürdiger Terminologie auch eine Schattenübersetzung) Zum Hintergrund In Belarus ist es eher ungewöhnlich, junge Menschen mit Behinderungen im Alter von 16 bis 35 Jahren (und auch darüber hinaus) als eine spezifische soziale Gruppe mit gewissen Charakteristiken zu benennen. Weil sich kaum jemand für ihre besondere Situation einsetzt, können Menschen mit Behinderungen in Belarus ihre Potenziale nicht ausschöpfen. Der Staat reagiert nicht angemessen auf diese Problematik. Er leistet materielle Hilfen, schenkt dabei der Frage der Integration allerdings keine Aufmerksamkeit. Ähnliches passiert auch bei vielen Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Menschen mit Behinderungen werden meist als Klienten wahrgenommen, die verschiedene Angebote nutzen können. Jedoch ist ihr Engagement dann auf die Nutzung der Angebote beschränkt – nur selten können sie Programme selber mitgestalten oder leiten. Wenn die Maßnahme beendet ist, endet auch die Initiative der jungen Menschen mit Behinderungen. Dadurch wird eine Integration nicht nur erschwert, sondern gar verhindert. Menschen mit Behinderungen müssen mehr in das gesellschaftliche Leben eingebunden und an der Lösung ihrer Probleme aktiver beteiligt werden. Denn sie selbst wissen am besten, was ihnen fehlt. Aktivierung und Integration Wir denken, dass die Aktivierung und Integration sehr wichtig ist für junge Menschen mit Behinderungen. Ein selbstständiges Engagement zusammen mit anderen Menschen mit Behinderung sind wichtig für ihre psychische Verfassung und ihre soziale Adaption. Deshalb sehen wir es als absolut notwendig an, junge Menschen mit Behinderungen in ihrer Emanzipation und in ihren Wünschen zu unterstützen. Das Ziel dieses Projektes war deshalb die Aktivierung und Integration junger Menschen mit und ohne Behinderungen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren. Das sollte hauptsächlich durch Aufklärung, Bildung und der Förderung von Talenten realisiert werden. Ebenso sollte die öffentliche Meinung von Menschen mit Behinderungen in der belarussischen Gesellschaft verbessert werden. Um die Projektziele zu erreichen, wurden folgende Projekte und Angebote durchgeführt: 1. Psychologische Betreuung von jungen Menschen mit und ohne Behinderungen und deren Eltern 2. Organisation und Durchführung verschiedener auf Lernen und Selbstentfaltung orientierte Veranstaltungen im Jugendraum (so zum Beispiel Seminare zu den Themen „Kommunikationsgrundlagen“, „sicheres Auftreten“, „praktische Integration“, „Jugendsubkulturen“, „Lebenslauf schreiben“, „Vorstellungsgespräch beim Arbeitgeber“) 3. Ausbildung von jungen Menschen mit und ohne Behinderungen zu Seminarleitern für integrative Gruppen (Menschen mit und ohne Behinderung) 4. „Kino ohne Grenzen“ (öffentliche Veranstaltung zum Thema der Integration junger Menschen mit Behinderung) 5. Organisation und Durchführung von einem integrativen Zeltlager. 6. Integrative Abende mit Musik und Unterhaltung