Belarus


Belarus ist ein osteuropäischer Staat, der an Polen, die Ukraine, Russland, Lettland und Litauen grenzt und dessen Hauptstadt Minsk ist. Bei der Auflösung der UdSSR 1991 wurde die ehemalige Sowjetrepublik unabhängig. Während des 2. Weltkrieges überfiel das nationalsozialistische Deutschland am 22. Juni 1941 die Sowjetunion mit dramatischen Folgen für die Bevölkerung auf dem heutigen Staatsgebiet von Belarus. Belarus, auch Weißrussland genannt, ist zumeist durch zwei Themen vertreten: Die Reaktorkatastrophe im ukrainischen Tschernobyl am 26. April 1986, deren Folgen bis heute noch in Belarus spürbar sind, und die politische Situation unter der Präsidentschaft Alexander Lukaschenkos.

Behinderung in Belarus


Zur allgemeinen Situation von Menschen mit Behinderungen in Belarus gibt es hier eine Analyse unserer belarussischen Partnerorganisation „Rasnye-Ravnye“. Für einen breiteren Überblick gibt es in der Zeitschrift „Behinderung und Dritte Welt“ von 2004eine Ausgabe zum Schwerpunktthema Arbeit für und mit Menschen mit Behinderung in Osteuropa. Etwa 20.000 Menschen mit Behinderungen und mit „dauerhaften“ psychischen Erkrankungen leben in Belarus in staatlichen Heimen mit bis zu 600 Bewohnern. Die Betreuungssituation in diesen Heimen ist teilweise sehr schwierig. Eine individuelle Förderung zur selbstbestimmten Teilhabe in der belarussischen Gesellschaft erfolgt selten. Neben den staatlichen Heimen gibt es eine Anzahl von Eltern- und Betroffeneninitiativen sowie weiterer Organisationen, die sich für die Rechte für Menschen mit Behinderung einsetzen. Dennoch ist die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe nicht gegeben. Eindrücke zur Situation im staatlichen Heim Draschnja bietet ein Filmbeitrag, in dem vier Bewohner interviewt werden, die an unseren Ferienlagern teilgenommen haben. Die außerhalb des Heimes aufgenommenen Szenen stammen von einem unserer Sommerlager. Wir danken dem Verein Gumpo e.V. für die Übersetzung ins Deutsche Im Jahr 2016 schlug ein Artikel des Internetmagazins „Imena“ über Unterernährung im Kinderheim Novinki große Wellen in Belarus. Wir bei Kanikuli e. V. haben uns entschieden, den Artikel zu kommentieren und übersetzen. Er kann hier gelesen werden.

Freiwilligenarbeit in Belarus


Immer mehr junge Menschen leisten einen Freiwilligendienst und engagieren sich dabei sozial, ökologisch oder kulturell. In Belarus ist es seit 1991 für deutsche Freiwillige möglich einen langfristigen Dienst zu absolvieren. Die Arbeit findet in unterschiedlichen Projektbereichen statt. [bild1] Dazu zählen auch Projekte mit Menschen mit Behinderungen, zu denen Sie unter dem Menüpunkt „Behinderung in Belarus“ nähere Informationen finden können. Viele Mitglieder von Kanikuli e.V. haben mindestens ein Jahr als Freiwillige der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. (ASF) in Belarus gelebt und soziale Arbeit in verschiedenen Projekten geleistet. Heute besteht eine enge Kooperation zwischen Kanikuli e.V und ASF. Aktion Sühnezeichen Friedensdienste schickt jedes Jahr bis zu vier Freiwillige für ein einjähriges FSJ nach Minsk. Kanikuli unterstützt die Betreuung dieser jungen Menschen durch ein Mentoringprogramm, in dessen Rahmen ehemalige mit aktuellen Freiwilligen Erfahrungen austauschen. Wer sich vor Ort für benachteiligte Menschen einsetzen und gerne als Freiwilliger in Minsk leben möchte, kann hier mehr Informationen über die Friedensdienste von ASF finden. [bild2] Berichte von Freiwilligen Gegenwärtig sind vier Freiwillige von ASF in Minsk. Lina Müller und Florian Rilke berichten auf ihren Blogs von ihrem Leben und ihrer Arbeit dort: Linas Blog Florians Blog Die Freiwillige Johanna Kerber war 2010-2011 in Minsk. Auf ihrem Blog informierte sie über ihre Eindrücke von der Freiwilligenarbeit in Minsk: Johannas Blog Innerhalb des Jahres fanden Wahlen, Verhaftungswellen, Demonstrationen, Terroranschläge, Inflation und viele weitere drastische Ereignisse statt, von denen Johanna in ihrem Blog vor Ort berichtete. Entsendeorganisationen Aktion Sühnezeichen Friedensdienste schickt jedes Jahr ca. 4 Freiwillige für mindestens 12 Monate nach Minsk. Sie betreuen ehemalige Zwangsarbeiter, arbeiten im Kinderkrebskrankenhaus Barawljany, in den Behindertenheimen Novinki und Draschnja und im Büro der Organisation Raznye-Ravnye. www.asf-ev.de Die Evangelische Jugend Bayern entsendet jedes Jahr 2 Freiwillige nach Minsk. Ihre Projekte sind die Mitarbeit im Waisenhaus Nr.1 Schdanowitschi und in der privaten Tagesstätte für behinderte Menschen „Insel der Hoffnung“. www.ejb.de Ansprechpartner: Helmut Mittermeier (mittermeier@ejb.de)

Links, Literatur und Filme


Hier möchten wir ein Potpourri an weiteren Infos zum Thema Behinderung und Belarus sammeln, die zum Schmökern einladen und hoffentlich die Zeit vergessen lassen. Websites Filme Interview mit Bewohner*innen aus Drazhnja (Drazhnja ist ein Stadtteil von Minsk, in dem es eine Einrichtung für gleichzeitig für alte und für behinderte Menschen gibt) Anton tut rjadom (Eine preisgekrönte Doku über einen jungen Autisten in Russland, mit engl. Untertiteln) Palata Nr. 6 – Krankensaal Nr. 6 (Ein Film nach der gleichnamigen Erzählung von Anton Tschechow. Über die Relativität von Verrücktheit) Literatur Ruben Gonzalez Gallego – Weiß auf Schwarz (Eine preisgekrönte Autobiographie des Autors, der in einem sowjetischen Heim für Kinder mit Behinderungen groß geworden ist. Die deutsche Übersetzung gibts im Buchhandel) Reportagen Limited Edition (Eine Reportage des Online-Magazins 34mag.net auf belarussisch über Menschen mit Behinderung in Belarus) Weitere NGOs: Gumpo (GUManitarnaja-POmoshch – Humanitäre Hilfe für Belarus) Iwanuschka (Behinderung in Russland) Fortotschka (Behinderung in Rumänien und früher auch in Belarus)