Fotoausstellung „Art NuVo“ in Berlin

Fotoausstellung Art NuVo
Theater | Behinderung | Belarus

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Am Donnerstag 16. Juli, 20 Uhr wird im Club der polnischen Versager, Ackerstr. 168 in Berlin-Mitte, die Fotoausstellung ArtNuVo mit einer Vernissage eröffnet. Veranstalter der Ausstellung ist Kanikuli e.V., ein Verein, der sich für die Förderung und Integration von Menschen mit Behinderung in Belarus (Weißrussland) einsetzt.

Flyer zum runterladen und verbreiten

Die Fotoausstellung besteht aus einer zweiteiligen Dokumentation eines Theaterprojektes durch den belarussischen Fotografen Ivan Besser. Die Fotos entstanden im Zuge einer durch Kanikuli e.V. ermöglichten Freizeit für Menschen mit Behinderung in Belarus. Das Theaterprojekt wurde pädagogisch begleitet und in Minsk zur Aufführung gebracht. Dabei zeigt die Ausstellung sowohl den Entstehungsprozess des Projektes als auch Porträts einzelner Schauspieler.

„Wir wollen auf die kritische Situation von Menschen mit Behinderung in Belarus auch in Deutschland hinweisen. Es gibt auf der einen Seite großen Handlungsbedarf, andererseits gibt es zahlreiche Beispiele, die hoffen lassen. Und dazu gehört ganz sicherlich auch das durch uns realisierte Theaterprojekt,“ so Ruben Werchan, Vorsitzender des Vereins Kanikuli.

Die Ausstellung ist ab dem 16. Juli bis zum 31. Juli im Club der polnischen Versager geöffnet und jeden Tag ab 18 Uhr für Publikum kostenfrei zugänglich.

Links
www.polnischeversager.de
ivanbesser.livejournal.com
citydog.by/post/obitateli-novinok (russ. Interview mit dem Fotografen)

Kanikuli auf dem Kirchentag 2015 in Stuttgart


Den 35. Kirchentag in Stuttgart vom 4. bis 6. Juni 2015 nutzte Kanikuli e.V. für die Präsentation der eigenen Arbeit auf dem so genannten „Markt der Möglichkeiten“. Mitglieder von Kanikuli e.V. gestalteten einen eigenen Stand und führten hier drei Tage zahlreiche Gespräche mit Gästen des Kirchentages. Am Stand wurden neben zahlreichen allgemeinen Fotografien der Arbeit von Kanikuli auch Teile einer Fotoausstellung gezeigt, die während eines Theaterprojektes in Belarus entstanden.


Neben den Informationen über die eigene Arbeit stand zudem auch die allgemeine Lebenssituation in Belarus im Fokus der Gespräche. Großes Interesse und die Zusage zur Unterstützung wurden nicht zuletzt durch neu geworbene Mitglieder zum Ausdruck gebracht.

Besonderes Highlight am Stand von Kanikuli war ein Glücks-Rollstuhl, an dem belarussische Süßigkeiten und Kekse gewonnen wurden. Die Arbeit von Kanikuli e.V. wurde ehrenamtlich durch insgesamt sieben engagierte Mitglieder vorgestellt.


Viele der Besucher hatten einen persönlichen Bezug entweder zu Belarus oder zur Arbeit mit Menschen mit Behinderung. So gab es vielfache Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch und zum Besprechen neuer Ideen. Es war eine schöne Erfahrung zu sehen, wie viele Menschen sich für unsere Arbeit interessierten. Oft waren es der Glücksrollstuhl, die großen Porträtfotos, oder Postkarten mit Werken eines belarussischen Künstlers mit Behinderung, die das Interesse der Besucherinnen und Besucher der, durch schönsten Sonnenschein aufgeheizten, Zelthalle weckten und sie trotz stickiger Atmosphäre zum stehenbleiben und schauen animierten. Die meisten nahmen dann gern unser Angebot an, über die Hintergründe des Ausgestellten und die Arbeit von Kanikuli zu informieren.


Es war das erste Mal, dass Kanikuli sich selbst und seine Arbeit auf einem Kirchentag vorgestellt hatte. Es war eine bereichernde Erfahrung in den Dialog mit so vielen Menschen in so kurzer Zeit zu treten und mit Sicherheit eine Bereicherung für unsere Arbeit. So war dann auch das Fazit dieses Experiments bei den beteiligten Mitgliedern durchweg positiv. So resümierte beispielsweise Sebastian: „Besonders gefreut habe ich mich über die vielen positiven Rückmeldungen zu unserer Arbeit. Die meisten Menschen, mit denen ich gesprochen habe, waren sehr interssiert an unserer Arbeit und waren von ihr sehr angetan. Sie lobten unser Engagement und motivierten uns dazu, diese wichtige Arbeit weiter zu machen.“

Mitgliederversammlung in Berlin, 02.05.2015


Kanikuli in Berlin
– Ein Bericht –

Für elf Kanikulaner war das durch den 1. Mai verlängerte Wochenende ein willkommener Anlass sich in Berlin zu versammeln. Unter den hohen Decken und auf dem Dach des Wohnprojekts „Oase“ im Wedding empfing uns Hans zur Sitzung. In Abwesenheit des ersten Vorstands wurden am Samstag und Sonntag Entwicklungen der letzten sechs Monate beleuchtet, neue Ideen gesponnen, eine Ausstellung konzipiert und ein Kanikuli-Banner gepinselt.
Der Samstag begann nach dem Frühstück um halb 11 mit der Aufnahme des 60. Mitglieds und einem Kassensturz, welcher leider eine Rückgang der Spenden um 4000€ zutage förderte. Erfreulicher waren die Rückblicke auf die Entwicklungen der Selbsthilfegruppe junger Mütter mit Behinderungen aus Witebsk sowie die jährliche Winterfreizeit. Gerade aus Minsk zurückgekehrt, berichtete Lina von aktuellen Verschlechterungen im Kinderheim, der Zusammenarbeit mit Nadezhda, sowie weiteren strukturellen Veränderungen. Diese Nachrichten konnten während der Mittagspause auf der Dachterasse sacken, bevor es zurück in den Seminarraum ging. In der zweiten Runde stellten verschiedene Mitglieder optimistische Pläne vor, um den aufgeworfenen Fragen zu begegnen. Zu einer beständigeren und qualitativeren Freiwilligenarbeit soll die während des letzten halben Jahres entwickelte Freiwilligenschulung führen. Zudem führt Kanikuli Anfang Juni auf dem Kirchentag erstmals ein größeres Fundraisingprojekt durch, das hoffentlich Geld für die neue Freizeit „Sonnenkur“ in die Kassen spült. Erst nach fünf Stunden Diskussion wurde mit Hannover der Ort der nächsten Mitgliederversammlung festgelegt und ein Abschiedsfoto auf dem Dach geschossen.
Wie zuvor abgesprochen widerstand die Gruppe den Berliner Verlockungen und blieb in Hansens Heim zum gemeinsamen Kochen um die Tafel der Wohnküche versammelt. Erst in den späten Nachtstunden kletterten die letzten Nachtwandler zu den dröhnenden Bässen der Nachbarn in die Hochbetten.
Der nächste Morgen weckte uns mit der unangenehmen Erkenntnis, dass die Themen Fundraising und Homepage noch nicht ausreichend behandelt wurden. Nach weiteren sechzig Minuten Diskussion konnten wir uns endlich dem kreativen Teil widmen. Die Wohnküche wurde mit den raumgreifenden Portraits der Schausteller unseres Theaterprojekts verkleidet. Unter harten und sanften Blicken entwarf der Hausherr mit professioneller Fotografenunterstützung die Ausstellung für den Kirchentag und den Klub der Polnischen Versager. Derweil pinselte eine Koalition aus ehemaligem und aktuellem Vorstand im Hof ein Kanikuli-Banner, stolz geschmückt mit dem neuen Logo. Erfreulicherweise bewies uns Johanna mit dem Design des Kanikuli-Shirts zudem, dass mensch nicht in Minsk gelebt haben muss, um sich bei Kanikuli zu engagieren.
Einen Ausklang der Versammlung fanden wir bei sommerlichen Temparaturen auf einer nahegelegenen Liegewiese an der Panke.

Seminar des Projekts „Gewöhnliche Eltern“ im Januar


Ende Januar fand in der Nähe von Minsk das zweite große Seminar im Rahmen des Projekts gewöhnliche Eltern statt. Die Selbsthilfegruppe aus Vitebsk und potenzielle Gründerinnen und Gründer neuer Gruppen aus anderen Städten trafen sich für eine Woche im winterlichen Zentrum für Rollstuhltanz. Darüber, welche Rolle Gesellschaftsspiele spielten und was die Gruppe großes vor hat, gibt der Bericht von Ruben Aufschluss. Viel Spaß beim Lesen!

Junge Belarussen werben für mehr Barrierefreiheit – Postfiliale verspricht Bau einer neue Rampe


Wenn Alexej in seiner Heimat Grodno Postangelegenheiten zu erledigen hat, ist er dabei stets auf fremde Hilfe angewiesen. Zwar hat man bei der Treppe am Eingang der lokalen Postfiliale auch gleich eine Rampe integriert – diese ist jedoch auf Grund ihrer Beschaffenheit und Maße auch für geübte Rollstuhlfahrer nicht zu erklimmen.


Gemeinsam mit seinen Freunden, mit denen er schon mehrfach an Seminaren unserer belarussischen Partnerorganisation „Verschiedene-Gleiche“ teilgenommen hatte, beschließt Alexej diesen Missstand fotografisch zu dokumentieren und den Filialdirektor darauf hinzuweisen. In ihrem Schreiben beziehen sich die jungen Leute auf einen Beschluss des Ministerrats der Republik Belarus aus dem Jahre 2010 über die „Errichtung einer barrierefreien Lebensumgebung körperlich geschwächter Personen von 2011-2015“. Als konstruktive Anregung legen sie noch ein Foto von einer wesentlich flacheren Rampe vor einer anderen Postfiliale bei, welche sich auch ohne Fremdhilfe mit dem Rollstuhl problemlos befahren lässt.

Zwei Wochen später erhalten sie ein Antwortschreiben. Darin bedankt sich der Direktor persönlich für diese richtigen Anmerkungen und Vorschläge und verspricht den Bau einer neuen Rampe im kommenden Jahr.

Wir von Kanikuli freuen uns, wenn dieses Versprechen tatsächlich eingelöst wird, und begrüßen die konstruktive Aktion der Grodnoer Gruppe um Alexej sehr.

Ein ausführlicher Bericht auf Russisch ist mit weiteren Fotos auf der Seite unserer Partnerorganisation „Verschiedene-Gleiche“ zu finden:
Дом связи в Гродно „вне зоне доступа“.

Bericht über Seminar der Gewöhnlichen Eltern

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer von Kanikuli,

für die Unterstützung einer Selbsthilfegruppe junger Eltern mit Behinderungen aus Vitebsk organisierte Verschiedene-Gleiche ein fünftägiges Seminar. Dort war auch Kanikuli vertreten. Den Bericht mit Fotos findet ihr hier.

P.S: Morgen ist unsere Mitgliederversammlung in Wachenbuchen bei Frankfurt. Schreibt uns eine Mail an info@kanikuli-ev.de oder auf http://www.facebook.com/Kanikuli.ev wenn ihr Anregungen oder Fragen habt!

Ausstellung in Maintal

Liebe Kanikuli- und Theaterfans,

die Ausstellung über die Theatergruppe „Art HyBo“ (Art Nouveau) des Erwachsenenheims in Novinki wird ab Sonntag im Bürgerhaus Bischofsheim, Dörnigheimer Weg 21 in Maintal-Bischofsheim zu sehen sein. Das Ganze findet im Rahmen des Bühnenstürmer Festivals staat. Es gibt eine Führung am Sonntag, den 28.09.2014 um 19:30 Uhr, sowie am Montag, den 29.09.2014 um 15:30 Uhr.
Hier noch der Veranstaltungstext.

Es grüßt Euer Kanikuli

Bericht von Human Rights Watch über die Lebenssituation in russischen Heimen für behinderte Kinder

Am 15. September hat Human Rights Watch (HRW) einen Bericht über die Lebenssituation behinderter Kinder in russischen Heimen veröffentlicht. Der Bericht fällt ein vernichtendes Urteil und prangert an, dass Kinder in den Heimen oft Gefahr liefen Opfer von schwerem Missbrauch und Vernachlässigung durch das Personal zu werden. HRW leitet daraus die Forderung ab, das Heimsystem zu beenden und die Familien zu fördern. Der Bericht ist auch für Belarus sehr interessant, da die Situation in Belarus in vielen Aspekten der russischen sehr ähnlich ist.
Der Bericht ist auf Englisch und Russisch abrufbar. Darüber hinaus gibt es eine deutsche und eine russischen Pressemitteilung.

Freizeit vom 5.-20. Oktober bei Minsk

Vom 5.-20. Oktober finden in einem neuen Zentrum bei Minsk mehrtägige Seminare für Bewohner und Bewohnerinnen eines Heims für Erwachsene mit Behinderungen statt. Es werden vier jeweils viertägige Seminare zu verschiedenen Themen wie Theater, Fotos, Filme und Stoffarbeiten stattfinden. Die Veranstalterin Dascha freut sich über die Teilnahme von mehreren deutschen Kanikuli-Mitgliedern. Wer ebenfalls Interesse an einer Teilnahme an einem oder mehreren der viertägigen Seminare hat, kann sich bei arkadi@kanikuli-ev.de melden.

Bericht über die Ferienfreizeit für Kinder


Wie gewohnt fand im Mai die Ferienfreizeit für Kinder aus Novinki im Erholungszentrum Nadezhda statt. Die Organisatorin der Freizeit, Olga Wiktorowna hat einen Bericht geschrieben, den Charlotte übersetzt hat. Der Originalbericht auf russisch ist hier und die Übersetzung hier zu finden. Viele schöne Fotos gibt es selbstverständlich auch. Viel Spaß beim Schmökern und Schauen.